Kraftort Labyrinth – Das Eilenrieder Rad

Es gilt fast noch als Geheimtipp, keine Schilder weisen den Weg zum Eilenrieder Rad im hannoverschen Stadtwald, das als eines der letzten historischen „Rasen-Labyrinthe“ in Deutschland gilt. Handelt es sich hier um eine „altgermanische Kultstätte“, deren Ursprünge sich in grauer Vorzeit verlieren? Oder doch eher um eine Mogelpackung?

 

Kraftort Labyrinth - Das Eilenrieder Rad

 

Wenn wir eine historische Karte von Hannover betrachten, finden wir das  1642 erstmals in der Stadtchronik erwähnte Labyrinth, das Eilenerieder Rad, wie es genannt wird, noch am Emmichplatz eingetragen. Am jetzigen Ort wurde das Labyrinth in der Form eines Baltischen Rades aus Rasen und Ziegeln, das sich um eine zentrale Linde windet, tatsächlich erst 1932 angelegt. Ein wirklich alter Kultort ist es also nicht. Auf der anderen Seite  ist diese Form des Labyrinths seid fast 400 Jahren in der Stadt präsent. Labyrinthe sind natürlich viel, viel älter und was besonders spannend ist, Zeugnisse von Labyrinthen finden sich in allen Kulturen über alle Kontinente bis in weit zurückreichende Zeiten. Was hat es also auf sich mit Labyrinthen? Warum erleben sie gerde zu unserer Zeit eine regelrechte Renaissance?

 

Kraftort Labyrinth - Das Eilenrieder Rad

 

Es sind zwei Aspekte, wobei der erste sicherlich vielen Menschen geläufig ist:

 

Über Windungen und Wendungen, mal nach links, mal nach rechts, fast schon am Ziel angekommen und dann doch wieder weit davon entfernt, schlängelt sich der labyrinthische Weg… – Wie im wirklichen Leben?

 

Im Labyrinth, auch Wunderkreis genannt, kann man sich im Unterschied zum Irrgarten, wie er zum Beispiel im Großen Garten in  Herrenhausen zu finden ist, nicht verlaufen. Es gibt keine Irrwege und keine Sackgassen. Einst ritueller Tanzplatz, Bewegungsfigur, die den Menschen mit der Erde und dem Himmel, mit den Kräften der Natur verbinden sollte, erleben Labyrinthe heute eine regelrechte Renaissance. Ein Aspekt des Labyrinths ist, dass der Weg zur Mitte sinnbildlich für unseren Lebensweg steht. Gerne zitiere ich Ewald Kliegel, wenn das geistige Wesen der Füße (hier) spricht :

 

Der Verstand ist über manche dieser Wege sehr erstaunt und so meinen wir manchmal trotz unserer Fortschritte, wieder am Ausgangspunkt zu sein.

 

Genau diese Erfahrung können wir in allen Labyrinthen, so auch im Eilenrieder Rad machen: Nach einem längeren Weg wähnen wir uns schon in der Mitte und plötzlich sind wir von dieser weitmöglichst wieder entfernt, um dann ganz unvermittelt und unerwartet doch in der Mitte anzukommen: Der Weg ist das Ziel.

 

Die Mitte des Labyrinths ist auch ein Sinnbild für unsere Lebensmitte. Den Zeitpunkt, an dem körperlich kein Wachstum mehr stattfindet, sondern im Gegenteil an dem auf der körperlichen Ebene der Degenrationsprozess einsetzt, sofern wir uns jetzt nicht dem Spirituellen, dem Geistigen zuwenden. So bezeichnet die Mitte des Labyrinthes genau diesen Wendepunkt und beim Durchwandern des Labyrinthes können wir auf der seelischen Ebene in diese Erfahrung reinspüren.

 

Es gibt aber noch einen zweiten, aus unserer Sicht wesentlicheren und ursprünglicheren Aspekt der Funktion von Labyrinthen. Kaum jemand weiß aus unserer Erfahrung heute noch um die energetischen Gesetze, die diesen Urformen innewohnen oder nach welchen Regeln sie errichtet wurden, oder wieder zu errichten sind. Dieser zweite Aspekt ist der Grund, warum wir Labyrinthe als Kraftorte erleben können und es ist auch der Grund, warum wir sie auch im Innenraum von Kirchen finden. Eines der berühmtesten Labyrinthe in einer Kirche ist z. B. das Labyrinth in der Kathedrale von Chatres. Aus geomantischer Sicht sind Labyrinthe nichts anderes als “Generatoren” von Lebenskraft. In unserem Post über Geomantie hier haben wir es schon beschrieben: Formen lenken das Chi, die Lebenskraft. Aber nicht nur das, sie lenken nicht nur die Lebenskraft, sondern können sie besonders in einer spiralförmigen Struktur,  ähnlich wie wir es von einer elektrischen Spule her kennen, potenzieren. Denken wir an natürlich mäandernde Flüsse, so potenzieren sie ebenfalls Lebenskraft, das Chi aus dem steten Wechsel von Yin und Yang Energie an den Windungen und Wendungen, an den Ufern der sogenannten Prall- (außen) und Gleithänge (innen). Messen wir am Prallhang die Energie, so werden wir dort Yang Energie feststellen. Umgekehrt belebt den Gleithang Yin Energie. Bei Klostergründungen fand dieser Aspekt Berücksichtigung und so finden wir inhaltlich unterschiedlich ausgerichtete Klosterorden, an Prall- und an Gleithängen von Flüssen.

 

Doch zurück zum Eilenrieder Rad. Es hat die Form eines sogenannten baltischen Rades und ist eine Sonderform des Labyrinthes:

 

Kraftort Labyrinth - Das Eilenrieder Rad

 

Schon die Annäherung an die kreisrunde Lichtung wirft viele Fragen auf: Durch welche Öffnung gehe ich hinein? Warum überhaupt gibt es zwei? Und warum existiert vorn noch ein weit geöffneter Kreis um den Spiralweg herum? Erfahre, wenn Du die Möglichkeit hast, am besten selbst, wie sich der Gang durch die verschlungenen Kreise anfühlt. Wie geht es Dir auf dem Weg zur Mitte? Was fühlst Du, wenn Du – im Zentrum des Baltischen Rades angekommen – innehaltend, die Linde berührst?

 

Spannend für uns ist es jedesmal wieder, Kinder am Eilenrieder Rad zu beobachten. Sie haben ganz oft noch ein intuitiv richtiges Gefühl für den Fluss der Energien und wählen fast immer, oft auch entgegen den Anweisungen der Erwachsenen, den energetisch richtig und längeren Weg zur Mitte. Die begleitenden Erwachsenen haben sich ganz oft, so unsere Boabachtung, Spiele ausgedacht, die aus Zeitgründen gerne den Aufenthalt dort verkürzen möchten. So wurden wir einmal Zeuge, als eine Gruppe von Kindern die mit einem Wettspiel, einem Eierlauf anlässlich eines Kindergeburtstages am Labyrinth beschäftigt werden sollten, nach kurzer Zeit alle den von den Erwachsenen vorgegeben kurzen Weg zum Zentrum verließen und sich mit dem Fluss der Energien, allerdings ohne die Eier, zur Mitte bewegten.

 

Auch wenn  dieser wunderbare Ort keine altgermanische Kultstätte ist, so ist doch klar, dass seine Erbauer mit nicht unerheblichem geomantischen Wissen und mit Bedacht 1932 den jetzigen Ort für das Labyrinth gewählt haben. Damit diese spezielle Form des Labyrinthes, das Baltische Rad, wie vorgesehen, die Lebenskraft potenzieren kann, ist es unbedingt erforderlich, dass sich in der Mitte ein Chakra der Erde befindet. Bei anderen Formen, kann es anders sein. Die Linde, ein im Hinblick auf Geomantie besonders spannender Baum, in der Mitte dieses Labyrinthes steht genau auf einem Chakra, einem Kraftzentrum der Erde. Auch kreuzt die Mitte des Labyrinthes eine rechtsdrehende Wasserader. So hat dieser Ort mittlerweile einige Millionen Boviseinheiten und das mit zunehmenden Energien der Erde, mit steigender Tendenz.

 

Es ist an dieser Stelle leicht vorstellbar, dass der Untergrund, das feinstoffliche Energiefeld der Erde, unbeeinträchtigt sein muss. Bei Linksdrehungen, z.b. durch eine linksdrehende Wasserader oder durch Meridianabstrahlungen erzeugt (mehr dazu hier), kippt die vormals kraftspendende Energie des Ortes dann um ein Vielfaches potenziert ins Gegenteil. So haben wir schon an zahlreichen Orten in der heutigen Zeit errichtete Labyrinthe vorgefunden, die aus Unkenntnis über die ernergetischen Gesetzmäßigkeiten die ursprünglich Absicht einen Kraft- und Selbsterfahrungsort zu schaffen durch eine ohne Bedacht und vor allem geomantische Kenntnisse gewählte Form oder an einem Ort mit Störungen errichtet ins Gegenteil verkehrt und für Tausende von Boviseinheiten im negativen Bereich gesorgt haben . Ein Beispiel für solch einen energetisch enorm zehrenden Orte finden wir in Bernried am Starnberger See. Dieses Labyrinth wurde sicherlich in bester Absicht von den Erbauern geschaffen, nur leider niemals geomantisch überprüft.

 

Mehr über das Eilenrieder Rad und über die geomantischen Gesetzmäßigkeiten, die auch anderen Labyrinthformen zu Grunde liegen, wie Du einen Platz für ein Labyrinth entsprechend auswählen und vorbereiten kannst erfährst Du in unserer Geomantieausbildung. Infos und Anmeldung hier. Mehr über Geomantie hier und hier. Bei Interesse einer Gruppe bieten wir auch eigene Selbsterfahrungsworkshops, geomantische Spaziergänge oder Führungen am Labyrinth an. Gerne tauschen wir uns auch mit anderen Geomanten oder Labyrinth-Fans aus. Schreibe uns gerne in einem Kommentar oder per mail.

 

Ich freu mich schon auf den Frühling, wenn die Bäume mit ihrem Blätterkleid diesen Kraftort, das Eilenrieder Rad, gelegen in der nordöstlichen Eilenriede, Hannovers Stadtwald, übrigens dem größten in Europa, wie auf dem Bild oben, wieder wie eine wirkliche Lichtung umrahmen.

 

Much Love!

 

 

 

 

Anne Stallkamp

Anne Stallkamp

anne@lovelylifeblog.com
1 Kommentar
  • Markus Dornbusch

    27. April 2015 um 0:20 Antworten

    Das ist gut.

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